Erster Arbeitstag: Was sage ich? Sich im Team vorstellen

Stell dich am ersten Arbeitstag in drei Teilen vor: Name und Rolle, woher du kommst, und ein kleines persönliches Detail. „Hallo, ich bin Lea, ich bin die neue Werkstudentin im Marketing. Vorher war ich in Mannheim an der Uni, und ich bin gerade erst nach Köln gezogen.“ Dann stell Fragen, merk dir Namen und sag Ja, wenn dich jemand zum Mittagessen mitnimmt.

Die Vorstellung in 20 Sekunden

Du wirst dich am ersten Tag zehnmal oder öfter vorstellen. Deshalb lohnt sich eine kurze Fassung, die du ohne Nachdenken sagen kannst. Drei Teile reichen:

  1. Name und Rolle: „Ich bin Murat, ich fange heute als Sachbearbeiter in der Kreditorenbuchhaltung an.“
  2. Woher du kommst: „Vorher war ich sechs Jahre bei einem Logistiker in Duisburg.“
  3. Ein Detail zum Anknüpfen: „Und ich bin der mit dem Fahrrad, ich komm jeden Tag aus Moers.“

Das sind gut 35 Wörter, also knapp 20 Sekunden in ruhigem Tempo. Das Detail am Ende ist wichtig: Es gibt den anderen etwas, worauf sie reagieren können („Aus Moers mit dem Rad? Respekt!“). Ohne Detail endet die Vorstellung oft mit „Ah, schön, herzlich willkommen“ und Schweigen.

Beispiele für verschiedene Einstiege

Beispiel, Berufseinsteigerin: „Hallo, ich bin Sophie, ich bin die neue Trainee im Einkauf. Ich komme direkt von der Uni in Würzburg und bin noch dabei, mich in Nürnberg zurechtzufinden. Wenn jemand einen guten Bäcker kennt, ich bin dankbar.“

Beispiel, Wechsel mit Erfahrung: „Ich bin Andreas, ich übernehme ab heute die Teamleitung im Kundenservice. Ich war vorher zwölf Jahre bei einem Energieversorger, und ich will in den ersten Wochen vor allem zuhören, wie ihr hier arbeitet.“

Beispiel, Ausbildung: „Hi, ich bin Finn, ich mach hier jetzt die Ausbildung zum Industriemechaniker. Ich bin 17 und komm aus Gütersloh.“

Du oder Sie?

Das ist in deutschen Firmen sehr unterschiedlich. Im Start-up und in vielen Konzernen duzen sich inzwischen alle, bis hoch zur Geschäftsführung. In Behörden, Kanzleien und vielen Mittelständlern bleibt es beim Sie. Am ersten Tag gilt: Übernimm, was dir angeboten wird. Wenn du unsicher bist, frag einfach, am besten deine Ansprechperson:

„Wie handhabt ihr das hier eigentlich mit Du und Sie?“

Das ist keine peinliche Frage, sondern eine, die fast jeder Neue stellt.

Sätze für die wichtigsten Momente

SituationSatz
Begrüßung durch die Chefin„Danke, ich freue mich sehr, dass es losgeht. Was ist Ihnen für die ersten Wochen am wichtigsten?“
Vorstellungsrunde im TeammeetingDeine 20-Sekunden-Version, dann: „Ich freu mich, euch alle kennenzulernen.“
Kaffeeküche„Hallo, ich bin neu hier. Darf ich fragen, in welchem Team du bist?“
Einarbeitung durch eine Kollegin„Darf ich mitschreiben? Ich will dich nicht alles dreimal fragen.“
Namen vergessen„Entschuldige, sag mir noch mal deinen Namen? Heute waren es so viele.“
Einladung zum Mittagessen„Gern, ich komm mit!“
Etwas nicht verstanden„Was ist denn das SAP-Ticket genau? Das sagt mir noch nichts.“
Feierabend„Danke für heute, du hast mir sehr geholfen. Bis morgen!“

Gute Fragen an neue Kollegen

Fragen sind am ersten Tag dein bestes Werkzeug. Sie zeigen Interesse und bringen dir nebenbei bei, wie die Firma funktioniert.

  • „Wie lange bist du schon hier?“
  • „Woran arbeitest du gerade?“
  • „Mit wem sollte ich in den ersten Wochen unbedingt mal sprechen?“
  • „Was hättest du in deiner ersten Woche gern gewusst?“
  • „Wo geht ihr mittags meistens hin?“

Die vierte Frage führt fast immer zu einem echten Gespräch, oft mit einer Prise Humor.

Die Vorstellungsnachricht in Teams oder Slack

In vielen Firmen stellst du dich zusätzlich schriftlich im Teamkanal vor. Kurz halten, ein persönliches Detail, eine Einladung:

Beispiel: „Hallo zusammen! Ich bin Lea und seit heute als Werkstudentin im Marketing dabei, vor allem für Social Media. Ich studiere in Köln Medienmanagement und bin großer Fan von schlechten Wortspielen. Ich freue mich, euch kennenzulernen, und wer mir die beste Mittagsadresse in der Nähe verrät, bekommt einen Kaffee.“

Der Einstand

In vielen deutschen Betrieben gibt man in den ersten Wochen einen Einstand: Man bringt etwas für die Kollegen mit, oft Kuchen, Brezeln oder Croissants. Frag deine Ansprechperson, ob das bei euch üblich ist und wie es gemacht wird. Ein Satz dazu reicht: „Ich hab zum Einstand Kuchen mitgebracht, steht in der Küche, greift zu!“

Fehler, die am ersten Tag oft passieren

FehlerWarum er schadetStattdessen
Ständig erzählen, wie es im alten Job liefKlingt, als würdest du die Neuen belehrenErst fragen, wie es hier läuft
Mittagessen allein am SchreibtischVerpasst die beste Gelegenheit zum KennenlernenJa sagen, wenn dich jemand mitnimmt
Zu lange Vorstellung im MeetingDie Runde wartet20 Sekunden, dann zuhören
Nicht nachfragen aus Angst, dumm zu wirkenFehler kommen später teurer„Darf ich kurz nachfragen?“
Namen nicht aufschreibenPeinlich in Woche zweiAbends eine Liste mit Name und Team

Einmal laut üben

Die 20-Sekunden-Vorstellung klingt am Montag viel lockerer, wenn du sie am Sonntag ein paarmal laut gesagt hast. Wie lang dein Text ungefähr dauert, zeigt der Redezeit-Rechner. Wenn du dich vor einer größeren Runde vorstellen musst, hilft die Seite zur Vorstellungsrede. In der Speaking-Coach-App kannst du die Vorstellung üben, während ein KI-Gesprächspartner auf Deutsch den neuen Kollegen spielt und nachfragt.

Häufige Fragen

Wie stelle ich mich am ersten Arbeitstag vor?

Mit Name und Rolle, woher du kommst und einem kleinen persönlichen Detail. Etwa 20 Sekunden reichen.

Was sage ich am ersten Tag zu meinem Chef?

Bedank dich kurz und frag, was ihm für die ersten Wochen wichtig ist. Das zeigt, dass du dich an seinen Erwartungen ausrichten willst.

Muss ich am ersten Tag einen Einstand geben?

Nicht am ersten Tag. In vielen Betrieben ist ein Einstand in den ersten Wochen üblich, in manchen gar nicht. Frag deine Ansprechperson.

Was mache ich, wenn ich die Namen vergesse?

Frag einfach nochmal, am ersten Tag versteht das jeder. Schreib dir abends Namen und Teams auf.

Was ziehe ich am ersten Arbeitstag an?

Etwas, das zum Vorstellungsgespräch passte, eher eine Stufe schicker als der Alltag. Ab dem zweiten Tag orientierst du dich an den Kollegen.